Sandy

 

Friedreich`sche Ataxie

Meine Behinderung heisst „Friedreich`sche Ataxie“. Sie ist eine Gleichgewichtsstörung und Koordinationsstörung. Als ich sieben Jahre alt war, kam es beim Gehen immer öfter zu Unsicherheiten; ich stolperte oder fiel hin. Meine Eltern gingen deshalb mit mir in eine Klinik in Stralsund und bekamen die Diagnose “Friedreich`sche Ataxie“. Die Friedreich-Ataxie (Morbus Friedreich) ist eine degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems. Erste Symptome zeigen sich meist vor dem 25. Lebensjahr. Die Krankheit verläuft progredient, das bedeutet, dass sich der Gesundheitszustand des Betroffenen im Laufe des Lebens zunehmend verschlechtert. Die Symptome sind neurologischer, psychischer, orthopädischer und kardiologischer Art. Die Friedreich-Ataxie wurde nach dem deutschen Pathologen Nicolaus Friedreich benannt, der die Krankheit erstmals 1863 in Heidelberg dokumentierte.

 

„Lebe Deinen Traum-Du kannst es!“

Als ich fünfzehn war, saß ich im Rollstuhl. Meinen Schulabschluß konnte ich trotzdem an meiner „normalen“ Schule machen.

Danach wollte ich gern eine Ausbildung machen. Ich ging zum Arbeitsamt und dadurch kam ich auf das Annastift in Hannover. Das ist eine Einrichtung für Körperbehinderte, die auch Ausbildungen anbietet. Ich mußte also mit 16 Jahren von meiner Heimatinsel Rügen nach Hannover ziehen. Viele andere junge Menschen mit verschiedenen Behinderungen taten das auch. Ich lernte den Beruf der Bürokauffrau. Ich lernte dort im Oktober 1997 meinen Mann kennen, im Jahr 2000 heirateten wir. Da konnte ich meine Arme nicht mehr voll einsetzen und vor allem meine Sprache wurde verwaschen und undeutlich. Trotzdem zogen wir in eine kleine Wohnung in Langenhagen und lebten dort gemeinsam. Mittlerweile ist die Krankheit soweit fortgeschritten, daß mein Mann und ich gemeinsam beschlossen haben, daß ich in eine Einrichtung gehe, in der man meine Pflege besser leisten kann. Deshalb wohne ich jetzt in Hamburg, möchte aber wieder zurück nach Rügen in die Nähe meiner Familie. Das ist mein nächstes Ziel im Leben. Ich finde, man kann auch mit einer Erkrankung Ziele und Träume für sein Leben haben, die man erreichen möchte. Ich lache gern und habe gern Menschen um mich. Wenn ich jemanden neu kennenlerne, sieht der als erstes mein Lachen und dann erst den Rollstuhl. Viele sagen, ich habe eine positive Ausstrahlung. Das kommt daher, daß ich immer alles positiv sehe und möchte, daß es weitergeht in meinem Leben. Ich tue alles dafür und lasse mich nicht „behindern“. Deshalb ist mein Lebensmotto: „Lebe Deinen Traum-Du kannst es!“