Jonas

 

Astrozytom - Krebs

Mit 17 Jahren (2009) wurde bei mir ein Astrozytom des Hirnstammes diagnostiziert. Oder, um es kurz zu fassen: Krebs. Es folgten sechs Wochen Krankenhaus, in denen ich zweimal in komplizierten Eingriffen (was anderes ist am Gehirn meiner Meinung nach auch nicht möglich) operiert wurde. Für mich als unerschütterlicher Optimist mit einem starken Glauben gab es nur einen einzigen Leitsatz: „Du kommst hier auch wieder lebend raus!!“ Denn Aufgeben ist ein Wort, das in meinem Wortschatz nicht existiert. Obwohl ich doch derjenige war, dessen Leben am seidenen Fanden hängt habe ich meine Familie in der Krankenhauszeit getröstet, ihr Mut zugesprochen, sie versucht mit meiner Zuversicht anzustecken. Entfernen konnten die Ärzte den Tumor nicht, doch die Ergebnisse der gewonnenen Proben ließen mich und meine Familie aufatmen. Die Diagnose lautete: Der Tumor ist in die Kategorie zwei (das ist so ziemlich die letzte gutartige Stufe bei Hirntumoren) einzuordnen. Zudem kann er nicht streuen und kann aufgrund seines unregelmäßigen Stoffwechsels schon ausgewachsen sein.

 

Vom Dunkel ins Licht

So dunkel das Leben auch in der Zeit um mich und meine Familie gewesen sein mochte. Diese Diagnose war der erste Lichtblick seit Tagen. So kämpfte ich mich wieder zurück ins Leben. In ein neues Leben. Durch Reha Maßnahmen konnte ich mich bald wieder bewegen (was nach der zweiten OP nicht möglich war, da jeder Muskel verschwunden war) und Schritt für Schritt nach vorne gehen. Das all dies auch anders hätte ausgehen können wurde mir erst ein Jahr danach bewusst. Mir wurde klar an was für einer “Bombe“ ich vorbeigeschrammt war, das das Leben ganz schnell zu Ende sein kann, schneller als man manchmal denkt. Im Krankenhaus selber habe ich nicht mal einen kleinen Gedanken daran verschwendet, sondern entwickelte einen unglaublichen Kampfgeist und Überlebenswillen denn „ich will hier wieder lebend raus!“. Das ich das geschafft habe und heute ohne irgendwelche Einschränkungen, in einem neuen Leben weiterleben darf verdanke ich nur meinen wichtigsten Stützen im Leben: Meiner Familie, meiner Musik, meinen Freunden und meinem Glauben. Meine Familie und Freunde standen mir stets zur Seite, meine Geige hatte ich im Krankenhaus so lange es ging immer in der Hand und mein Glaube trug mich durch diese dunkle Zeit. Ohne sie und die fantastische Arbeit der Ärzte
und Chirurgen wäre ich jetzt nicht hier.